Das artenreiche Moseltal
Neben dem Mosel-Apollofalter gibt es eine beeindruckende Vielfalt an Flora und Fauna im unteren Moseltal zu bestaunen. Durch das begünstigte Klima ist es ein wertvolles Habitat für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Die Region ist Heimat vieler charakteristischer aber auch seltener, stark gefährdeter oder vom Aussterben bedrohter Arten, die hier ein Biotop vorfinden, welches einzigarteíg ist.
Rote Röhrenspinne (Eresus kollari)
Die Rote Röhrenspinne ist eine 8 bis 16 mm große Webspinne und lebt vorzugsweise in sogenannten Urlandschaften, die vom Menschen nie erschlossen wurden und zudem trocken heiß sind. Außerhalb der Region findet man sie noch in wenigen kleinen, der spezifischen Lebensweise entsprechenden Biotopen.
Rotflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda germanica)
Die Rotflügelige Ödlandschrecke stellt sehr große Anforderungen an den Lebensraum und findet diesen in den steilen, kargen und sehr warmen Lagen der gesamten Terrassenmosel.
Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata)
Die Westliche Smaragdeidechse ist trotz ihrer wunderschönen Grünfärbung nicht leicht zu entdecken. Fast alle Vorkommen dieser größten Echsenart in Deutschland sind in Rheinland-Pfalz zu verorten.
Zippammer (Emberiza cia)
Die Zippammer hat an der Mosel ihren nördlichsten Verbreitungspunkt. Deutschlandweit findet man hier, wegen der halboffenen Landschaft und den schroffen sonnenverwöhnten Felsfluren, die meisten Brutpaare.
Mauereidechse (Podarcis muralis)
Die Mauereidechse besiedelt bevorzugt die offenen, sonnen-trockenen Stein- und Felshänge und praktisch jede Bruchsteinmauer im Moseltal. Hier findet die wärmeliebende und flinke Echse gute Lebensbedingungen.
Blauer Lattich (Lactuca perennis)
Im Frühsommer kann man an vereinzelten Stellen den schönen Blauen Lattich entdecken. Er öffnet seine Blüten nur am Morgen und schließt sie – wie hier – am Nachmittag wieder. Auf den felsigen Böden in der trockenwarmen Lage der Moselhänge fühlt er sich wohl und schafft es aufgrund seiner langen Pfahlwurzel auch heiße Tage zu überstehen.
Gottesanbeterin (Mantis religiosa)
Auf dem Vormarsch in neue Gebiete ist die Gottesanbeterin aus dem Süden an der Mosel angekommen. Die wärmeliebende Fangschrecke ist eine Gewinnerin des Klimawandels.
Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum)
Die Dach-Hauswurz ist ein wahrer Überlebenskünstler und steht am liebsten in der prallen Sonne hoch oben in den steilen Felsen. Hier kommt die genügsame Pflanze mit wenig aus und hebt sich vom kargen Stein wie ein Schmuckstück ab. Der Name Sempervivum bedeutet ewiges Leben. Sehr treffend für eine Pflanze, die nahezu unverwüstlich ist.
Kugelige Glasschnecke (Vitrina pellucida)
Obwohl sie nicht selten vorkommt, ist die Kugelige Glasschnecke wenig bekannt. Das mag daran liegen, dass die kleine Schnecke nachtaktiv ist und sich während des Sommers unterirdisch versteckt. Ihr Häuschen ist sehr dünn und durchscheinend. Der schöne Glanz verleiht dem Tierchen etwas Besonderes.
Weinbergschnecke (Helix pomatia)
Die größte heimische Gehäuseschnecke und typisch für die Weinbaulandschaft ist die Weinbergschnecke. Ihr Haus kann eine Höhe von bis zu 5 cm erreichen. Wenn es regnerisch und nass ist, kriechen sie zahlreich umher.
Mittlerer Weinschwärmer (Deilephila elpenor)
Die Raupe des Mittleren Weinschwärmers ist mit fast 8 cm Länge und den große Augenflecken eine auffällige Erscheinung. Das gleiche gilt für den Schmetterling, der nach der Verwandlung schlüpft. Da der bevorzugte Lebensraum dieser Art feuchte Wälder möglichst in Gewässernähe ist, findet man den Schwärmer bevorzugt in den Bachseitentälern entlang der Mosel.
Brombeereule (Dysgonia algira)
Die Brombeereule ist ein tag- als auch nachtaktiver Nachtfalter, der bedingt durch den Klimawandel aus dem Süden in unsere Region gewandert ist. Die wärmebegünstigte Lage im Moseltal bekommt ihm gut. Noch ist er recht selten bei uns anzutreffen. Die Raupe dieses Falters frisst an Brombeerblättern, daher der Name.
Schwarzer Bär (Arctia villica)
Weiße Flecken auf den samtschwarzen Vorderflügeln, sowie schwarze Flecken auf den orangefarbenen Hinterflügeln, das sind die Kennzeichen von einem wunderschönen Nachtfalter. Der Schwarze Bär hat eine Vorliebe für die sonnenwarme Hänge des Moseltals.
Großer Sackträger (Canephora hirsuta)
Das Männchen des Großen Sackträgers paart sich mit dem Weibchen, welches in einem Gebilde aus kleinen Pflanzenteilen versteckt ist.
Schöne Landdeckelschnecke (Pomatias elegans)
Ein eher seltener Fund ist die wärmeliebende Schöne Landdeckelschnecke. Ihren Deckel, den sie zum Verschließen des Gehäuses einsetzt, trägt sie bei sich. Die Art ist weit verbreitet, kommt aber in Deutschland nur sehr lokal vor.
Kleine Fleckenbiene (Thyreus orbatus)
Die kleine Wildbiene mit der schönen Zeichnung, die ihr den Namen gibt, ist sehr selten. Nur sehr vereinzelt findet man sie an speziellen Standpunkten. Im unteren Moseltal kann man die Kuckucksbiene in der Nähe ihres Wirtes, der Vierfleck-Pelzbiene (Anthophora quadrimaculata) beobachten.
Schwalbenschwanz (Papilio machaon)
Nicht nur der wunderschöne Falter, sondern auch die Raupen des Schwalbenschwanzes mit der beeindruckenden schwarz-grün-orangen Färbung fallen auf.
In den Weinbergslagen muss man sich nicht lange umschauen, um festzustellen, dass eine Pflanze sich dort besonders wohl fühlt. Es findet sich kaum eine Mauer, die nicht vom Ausgebreiteten Glaskraut (Parietaria judaica) bewachsen ist. Umgangssprachlich wird es als „Mauerglaskraut“ oder schlichtweg nur als „Mauerkraut“ bezeichnet.
Tagfalter im unteren Moseltal
An den Hängen des Moseltals und den angrenzenden Lebensräumen fühlen sich viele Schmetterlinge wohl. Aus den bekannten Familien lassen sich aufgrund der begünstigten Lage und dem besonderen Klima auch Schmetterlinge beobachten, die andernorts selten sind.
In der Broschüre „Tagfalter der Untermosel“ von Daniel Müller werden 58 Tagfalter beschrieben, die im unteren Moseltal vorkommen. Die nachfolgende Aufstellung orientiert sich an der Auflistung des Schmetterlingsexperten und stellt einen Großteil dieser schönen Arten vor.
Dickkopffalter
Die eher kleinen und kompakten Schmetterlinge haben einen großen Kopf, der namensgebend für diese Familie ist. Aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Größe gegenüber den bekannten Tagfaltern und des schnellen Fluges werden sie kaum wahrgenommen. Es lohnt sich aber, nach den liebenswerten „Dickies“ Ausschau zu halten.
Ritterfalter
Neben dem Mosel-Apollofalter sind sowohl der Schwalbenschwanz als auch der Segelfalter aus der Familie der Ritterfalter im Moseltal beheimatet. Alle drei Falterarten sind allein schon durch ihre Größe populär und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich.
Weißlinge
Nicht alle Vertreter der Weißlinge sind so eindeutig einzuordnen wie der allseits bekannte Kohlweißling. Zu dieser Familie gehören auch viele Arten mit gelber Grundfarbe.
Bläulinge
Die hübschen Bläulinge haben meist blau gefärbte Flügeloberseiten. Allerdings gibt es auch bei den Bläulingen viele Arten, die keine blauen Flügel haben oder weitere spezifische Merkmale aufweisen, wie beispielsweise die Zipfelfalter.
Edelfalter
Zu den Edelfaltern gehören einige der farbenprächtigsten Falter unserer Region. Darunter zählen auch die wohl bekanntesten Vertreter der Schmetterlinge wie zum Beispiel das Tagpfauenauge, der Admiral und der Kleine Fuchs.